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Johannes Heil
Samstag, 19. Februar 2011

Unser allerliebster Mutterkutter gönnt sich gerade eine kleine Auszeit. Die war auch dringend nötig. Schließlich feierte man erst kürzlich gewohnt ausgelassen den zwölften Jahrestag gemeinsam mit Sven Väth, dem französischem Senkrechtstarter Okain und gefühlten zehntausend Freunden auf dem Dancefloor. Daher verbringen die Herren den Januar gut behütet in einem „Erste-Sahne-Sauerstoffzelt“.

Im Februar kehrt die Bande zurück. Die Brücke des Partytankers ist gewischt, die Außenwand fein hergerichtet. Kann also wieder losgehen. Das tut es mit einem weiteren Cocoon Act. Einem Kollegen, der das Mothership in und auswendig kennt. Johannes Heil gastiert 1999 das erste Mal in Nürnberg. Im Rahmen des Einjahresfestes im Market (Gott hab es selig) gibt er sein Debüt und ist seither regelmäßig zu Gast.

Heil spielt Live Shows, die weit über die zunehmend standardisierten Laptop-Sets hinausgehen. Als ein Freund von Hardwaregeräten reist er stets mit zwei großen Kisten Equipment von Ort zu Ort. Den Qualitätsunterschied hört man. Die Kicks klingen wuchtiger, die Basslines dringen tiefer ins Bauchfleisch ein und auch seine Hooks ertönen so nah am Ohr, dass man sie förmlich ergreifen kann.

Johannes Heil ist ein Techno Act. Im klassischen Sinne. Doch macht man es sich da nicht ein wenig zu einfach? Heil kann mehr. Mal kommt er deep daher. Als ob sein Sound locker um die Ecke schlendert. Die nötige Würze packt er erst dann aus, wenn er merkt, dass die Menge dazu bereit ist. Das ist schlau.

In all seinen Produktionen spiegeln sich seine Live Performances wieder. Von „Reality to Midi“ bis heute scheint ein weiter Weg zu sein. Doch das täuscht. Heil verfolgt von Anfang an den Groove. Und den hat er bis heute nicht aus seinen Augen verloren.

Zur 2011 Premiere von Mothership nehmen Micha Klang und Kollegen auch die Makrobe in Betrieb. Hier stehen zwei langjährige Wegbegleiter an den Geräten. Homebase und Letter drehen auf, drehen sich um und bewegen sich zum einzig wahren „Electric Culture“ Sound wie zwei Ballerinas im „Tutu“.